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Die ganze Geschichte nahm ihren Anfang, als ich die Gastlizenz 7Q7YF für Malawi bekam und mein Clubmitglied Jörg, DF6VI, fragte, ob er Lust und Zeit hätte, mit in dieses Land zu reisen. Hatte er, aber irgendwann kamen wir auf die Idee, das Ziel in Richtung Lesotho zu ändern. Zufälligerweise hatte ich dann im Laufe des Februar mehrmals Funkkontakt mit Horst, 7P8HH, der als Entwicklungshelfer in der Hauptstadt Maseru tätig war. Er fand die Idee gut und bot an, Gastlizenzen zu beschaffen, sodaß wir in dieser Hinsicht keine Probleme mehr hätten. Jörg und ich diskutierten eingehend über die Größenordnung der Expedition mit dem Ergebnis, daß es für sechs Teilnehmer nicht ganz so stressig wäre wie für nur zwei. Also wurde herumtelefoniert, und überraschenderweise hatten Thomas, damals noch DL4OCM, Dieter, DJ9ON, Markus, DL1IAN und Thomas, DL1QW, der dann auch noch die Sabrina mitbrachte, Zeit für unser Vorhaben. Fritz in Berlin, DL7VRO, 2001 (leider SK) erklärte sich bereit, für uns als QSL-Manager zu fungieren. |
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| Vorbereitungen und Reise |

Briefing mit DL1YFF, DL1IAN, DJ9ON, DF6VI
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Ende März trafen wir uns zum ersten Mal gemeinsam bei uns in Bielefeld, konnten uns dort beriechen und das weitere Vorgehen sowie die Aufgabenverteilung besprechen. Wir stellten eine Liste über die Ausrüstung zusammen, legten fest, wer bis wann Sponsoren beschaffte und mit ihnen verhandelte, und vor allem mußten frühzeitig die Tickets gebucht werden, wollte man zu Beginn der Hauptreisezeit einen preisgünstigen Linienflug nach Johannesburg bekommen. Derweil kümmerte Horst in Maseru sich um die Lizenzen, und aufgrund seiner Ortskenntnisse besorgte er uns sogar noch das Quartier, nämlich die Roma Lodge der Familie Thorn, die den Roma Trading Post südöstlich von Maseru betreiben und dort ansässig sind. |
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Ausschlaggebend für diese Wahl war die Stromversorgung und der HF-Standort, was Horst als akzeptabel beurteilte. Also wurde dort für 3 Wochen gebucht. Wir brauchten natürlich auch noch zwei Mietwagen, um sieben Leute sowie etwa 500 kg Ausrüstung und Gepäck von Johannesburg die etwa 500 Kilometer nach Roma zu transportieren, und bei den Mietwagenpreisen war das gar nicht so einfach.
Wie es der Zufall wollte, bekam ich auch noch RTTY-Kontakt mit einer südafrikanischen Station aus Johannesburg, nämlich mit David, ZS6RVG, der nach zwei weiteren QSO's per e-mail schrieb: Was glad to read the OPDX report on your trip to 7P8. If we can help
in any way just ask and we will be glad to see what we can do. Wir blieben in Kontakt, den ortskundige Funkamateure können durchaus hilfreich sein. Eines Tages kam dann auch sein Angebot, daß er 3 Fahrzeuge von Funkfreunden aus Johannesburg hätte, die uns samt Ausrüstung nach Roma bringen wollten. Ich wollte das zunächst nicht glauben, aber es war wirklich ernst gemeint, und so ein Angebot konnte man nicht ausschlagen!
Bei unserem zweiten Treffen Anfang Juni in Bielefeld hatten wir die gesamte Ausrüstung zusammen und konnten die endgültige Planung festlegen. Jochen, DH8IJ, Jörg, DF6VI, und ich verpackten in der darauffolgenden Woche alles versandgerecht in Kisten, Kartons und Rohre (Antennen). Alles, was per Luftfracht ging, mußte für die Angaben auf dem Carnet (Zoll-Frachtdokument) vorgewogen werden. Das Carnet wurde von der Industrie-und Handelskammer ausgestellt. Anschließend kam jemand vom Zoll, begutachtete die Fracht und setzte sein amtliches Siegel auf das Dokument, damit wir die Ware zollfrei nach Südafrika ein- und ausführen und vor allem nach Deutschland wieder einführen konnten. Das ging aber alles völlig problemlos über die Bühne. Am 20. Juni brachten wir 19 Colli zur Spedition. Von dort aus wurde am 27.06. nach Frankfurt verfrachtet, und am 28.06. abends ging die ganze Fracht per Flieger ab nach Johannesburg, wo sie am nächsten Morgen wohlbehalten eintraf. Dort wurden die Zollformalitäten erledigt, so daß wir am Montag drauf die Sachen hätten in Empfang nehmen können.
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Wir trafen uns alle am Sonntagnachmittag im Frankfurter Flughafen, luden unser Fluggepäck aus und hatten ausreichend Zeit für die Zollformalitäten. Es war ja noch die sogenannte INF-Erklärung zu machen, weil wir auch unser Fluggepäck bei der Wiedereinreise nicht verzollen wollten. Alle wichtigen Unterlagen und Dokumente hatten wir dabei, u.a. auch einer ausführliche Ausbreitungsvorhersage, die dankenswerterweise von DL9YAJ, Bernd, vorher erstellt worden war. Danach ging es zum Einchecken, verbrachten die restliche Zeit mit na ja, was man denn so macht....
Als wir denn im Flieger saßen und saßen und saßen, ging ein so schweres Gewitter nieder, daß der Start um eine Stunde verschoben wurde. Wir armen Raucher mußten ausharren, und das bei noch folgenden 10 Stunden Flug. Um 23.15 Uhr ging es dann endlich los, und Thomas, der das erste Mal überhaupt in so einem Flieger saß, meinte: "Da fehlt ja der richtige Druck (so in die Sitze pressen)." Wie üblich wurden wir zunächst abgefüttert, um die Leute ruhig zu halten, und dann versuchte man zu schlafen, was auch einigermaßen gelang.
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In Frankfurt beim Einchecken |
 Gepäckverladung |
Nach 10 Stunden Flug betraten wir am anderen Morgen endlich südafrikanischen Boden. Die Zollformalitäten waren schnell erledigt, anscheinend sind Funkamateure in anderen Ländern vertrauenswürdig, und als wir dann aus der Abfertigung herauskamen, erwartete uns eine Überraschung: vier südafrikanische Funkamateure erwarteten uns dort mit drei großen Geländewagen! David, ZS6RVG, Paul, ZS6GBJ, Jan, ZR6JDG sowie Richard, ZS6CAL, hatten schon unsere gesamte Fracht geholt und in ihren Geländewagen verstaut. Aber wie dem so ist: es fehlte ein Collo mit der Force12 und der Butternut. Trotz persönlicher Suche bei der Lufthansa-Frachtabteilung ließ sich nichts finden, und nachdem auch unser Gepäck seinen Platz gefunden hatte, ging es los.
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David bekam aber Schwierigkeiten mit seinen neuen Superreifen, also wurde noch ein erster technischer Halt bei ihm zu Hause eingelegt, um die alten Geländereifen wieder aufzuziehen. Nach dieser Zwangspause kamen wir um die Mittagszeit doch endlich in die Gänge und hatten gut 500 Kilometer vor uns. Auf gut ausgebauter Teerstraße ging auch der erste Teil der Reise mit einigen Zigarettenpausen problemlos vonstatten. Aber der Teufel steckte im Detail. Paul beobachtete auf seinen Bordinstrumenten Kühlwasserverlust und Temperaturanstieg, also wurde ein zweiter technischer Halt eingelegt und festgestellt, daß der Kühlwasserschlauch ein kleines Loch hatte. Ersatzschlauch war nicht an Bord, aber als richtige Expedition hatten wir natürlich die entsprechenden Reparaturmöglichkeiten. Gummilösung, Schlauchflicken, stabiles Klebeband und 5 Kabelbinder machten das Teil wieder zu einem richtigen Schlauch, so daß sich der Konvoi nach etwa 45 Minuten wieder in Bewegung setzen konnte und die letzten 150 Kilometer ohne weitere Pausen zurücklegen konnte. Schon bei Dunkelheit erreichten wir um etwa 18.30 Uhr die Grenzabfertigung von Lesotho, nachdem Südafrika hinter uns lag.
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Technischer Halt in der Savanne
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Our Southafrican friends
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Reisepässe waren OK, Visum wurde nicht benötigt, aber bei der letzten Zollkontrolle an der Schranke wurden Fragen gestellt. Nun, David mit seiner charmanten Art konnte alles abwimmeln, und so ging es dann die letzten 40 Kilometer auf gut ausgebauter Straße bei Dunkelheit Richtung Roma Trading Post, wo wir um 19.30 Uhr ziemlich erschöpft ankamen. Die Zufahrt war eher ein Feldweg, aber schließlich war unser Quartier erleuchtet und auffindbar. Es war ein ganzes Haus im Kolonialstiel mit etlichen Schlafzimmern, Wohnzimmer, Wintergarten und Hausbar. Es gab ein großes Hallo mit Paul und Ashley (Chef des Ganzen), die sich wohl von früher her kannten, und dann wurde das Gepäck erst einmal ausgeladen. Zu essen gab es auch schon, alles bestens vorbereitet, und nach dem ersten Gang wurden alles weitere aufgefahren, vom Feinsten! Wenn das so weiterging.....
Die Ankunft wurde , wie man sich vorstellen kann, ausgiebig begossen, und es dauerte dann so bis etwa 02:00 Uhr, bevor man endlich ins Bett kam. Und da wir uns auch keinen Streß machen wollten, wurde darauf verzichtet, noch irgend etwas aufzubauen. Die Arbeit ging am nächsten Morgen los.
Nach und nach krochen wir aus den Betten, und unsere beiden guten Geister, zwei schwarze Frauen im mittleren Alter mit entsprechender Statur, hatten schon ein reichhaltiges Frühstück angerichtet, so richtig englisch mit orange juice, cerial, bacon and eggs, coffee and tea! Das gab es dann jeden Morgen. Konnte man richtig dicker werden, als man schon war.
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Our diligent personnel
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Antennenaufbau und Betrieb |
| Nun ging die Arbeit los! Zunächst besichtigten wir das Gelände, und jetzt bei Tageslicht sahen wir erst, daß hinter uns Richtung Süden ein höherer Berg lag. Auf der gegenüberliegenden Seite des Tales befand sich ebenfalls ein etwas höherer Berg, der oben abgeflacht war und Ähnlichkeit mit dem Tafelberg in Kapstadt hatte. Öffnungen gab in Richtung Nordwest und Nordost. Wir hofften aber, in Nordrichtung mit unseren Signalen über den besagten Höhenzug hinwegzukommen. Das Gelände bot ausreichend Platz für den Aufbau aller benötigten Antennen, und wir bauten zunächst die LP5 von Titanex und die R7000 zusammen. Dieter machte sich zwischenzeitlich schon an die Montage der 6-Element ZX-Yagi für 6 Meter. Bei der R7000 mußten wir zwar noch improvisieren, weil wir ein Röhrchen vergessen hatten, aber sonst ging alles problemlos und anschließend wurden die 3 Stationen für CW, SSB und RTTY aufgebaut. Wir hatten YAESU FT-1000MP mit VL-1000 Linear, FT-920, ebenfalls mit der VL-1000, sowie einen TS-850 zusammen mit einer HL1-K für RTTY. Als 6m-Bake diente ein IC-706, der rund um die Uhr einen Bakentext sendete. |

That all should be brought up? Oh dear! |

ACTION!! |
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Das erste QSO lief noch am Dienstag um 18:52 UTC, und um 18:53 UTC erschien wohl die erste Meldung im DX-Cluster: 7P8AA 10104.9 kHz. Wir waren selbst überrascht.
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Am Mittwoch ging es aber weiter mit Antennenbau. Wir vermißten schmerzlich den Force12-Beam und die Butternut HF9 Vertikal, konzentrierten uns deswegen auf den Bau der V160 von Titanex, für die zunächst ein Standort gesucht werden mußte. Danach steckten wir die einzelnen Elemente zusammen und bereiteten die Abspannungen vor. Die Bodenhalterung war von uns noch modifiziert worden, um mehr Stabilität zu erreichen. Gemeinsam richteten wir das 27,5m lange Gebilde auf, welches äußerst biegsam ist und deswegen auch nur schwer in einer Richtung zu halten ist. Als sie stand, sah sie richtig imponierend aus mit ihrem schlanken Rohr und den Abspannungen. Der Rest des Tages ging drauf mit dem Verlegen der zahlreichen Radials für die V160 und dem Anpassen der Antennenbox für diese Antenne. Da wurden Abgriffe auf die Spule geklemmt, und es wurde solange probiert, bis alle Bänder von 40 bis 160m ein überzeugendes SWR aufwiesen. Da war der Nachmittag aber auch schon vorbei, und unsere zwei Mamies erschienen, um uns das Dinner zu kochen. Wer nicht beim Antennenbau war, besetzte schon die Station und feuerte mit 1KW Richtung Welt. Und mitten im schönsten pile up fiel der Strom aus. Irgendwie war die volle Leistung der beiden Endstufen und alle eingeschalteten Herdplatten doch etwas reichlich für die Haussicherung. Also runter mit der Leistung, in CW reichten sogar 100W, und wir konnten weiterarbeiten.
Am folgenden Donnerstag beschlossen wir, zusätzlich die FD-4 aufzuhängen, was sich später nicht nur aus funktechnischen Gründen als sehr nützlich erweisen sollte. Dieter, Thomas I und ich schnappten uns die Seilrolle und ein schweres Angelgewicht (Bleitropfen), welches ich nach einigen Versuchen zielsicher über einen etwa 20m hohen Baum werfen konnte. Damit war der erste Abspannpunkt fixiert, und jetzt fehlte nur noch Richard, Sohn des Hauses und begeisterter Kletterer, der in den höchsten Gipfel einer Tanne stieg, wo der zweite Abspannpunkt festgemacht werden konnte. Die nächste Kletterübung war für ihn schon Routine, und wir konnten nun die FD-4 an den Seilen hochziehen, nachdem auch die Speiseleitung sicher befestigt war. Aus lauter Verlegenheit, weil sowieso kein 6-m-Signal hereinkam, begann Dieter, über die FD-4 mit 100 Watt in CW mit einem Pileup, welches mehrere Stunden dauerte. Zwischendurch hörte er das 6-m-Band ab, aber hier war alles tot. Nicht ein Piepser war zu hören. War regelrecht enttäuschend. Aber der Betrieb auf den anderen Bändern entschädigte uns vollständig. Trotz einiger negativer Voraussagen, die wir noch während der HamRadio - ist doch Sommer, die Bänder sind zu, was wollt ihr zu dieser Jahreszeit usw. - gehört hatten, konnten wir gar nicht so viele Stationen besetzen, wie wir gern gewollt und gebraucht hätten. Wer hätte das gedacht!
Während der Abend- und Nachtstunden sah der Andrang auf den Low-Bands nicht anders aus. Die Arbeit war aber doch schwieriger, insbesondere wegen der vielen atmosphärischen Störungen, die es offensichtlich in Europa gab. Schließlich hatten die da im Norden Sommer mit all den Gewittern. Leider gab es auf den Bändern auch wieder die üblichen Störungen, über die sich die ernsthaften DXer besonders freuen. Ganz schlimm war es auf dem 40-Meter-Band. Und wir am anderen Ende hatten den Eindruck, daß in erster Linie aus Europa, insbesondere von nördlich der Alpen, gestört wurde. Das ging sogar soweit, daß wir trotz mehrmaliger Aufforderungen keinen ordentlichen Betrieb machen konnten und deswegen QRT machten. Leider war das manchmal nötig.
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All hands on deck!
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Titanex LP-5
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Titanex V160
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Mounting the antenna for 6-meter
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Antenna for 6-meter
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Ausbreitungsbedingungen |
Bernd, DL9YAJ, hatte uns mit Ausbreitungsvorhersagen versehen, die relativ exakt waren uns bei unserem Aufenthalt gute Dienste leisteten. In den Morgenstunden (ab ca. 05.30UTC) öffneten sich langsam die oberen Bänder auf, meistens mit dem 10m-Band beginnend. Über long path waren QSO's mit USA möglich, hauptsächlich Westküste, während es für den Rest sehr schwierig war, uns zu erreichen. Europa und Asien, hier vor allem Japan, waren tagsüber etwa gleichstark und laut. Auf den WARC-Bändern ging es ebenfalls gut Richtung Norden und Nordosten, während auch hier die USA zu kämpfen hatten. Aus diesem Grund riefen wir auch entgegen europäischer Proteste gezielt nach Amerika, sobald sich Stationen von dort meldeten.
Die low bands machten vorschriftsgemäß mit einsetzender Dunkelheit auf und standen nachts zur Verfügung, und so konnten wir etliche Stationen auf diesen Bändern loggen. Sogar das 160m-Band ließ regen Betrieb zu, obwohl die Arbeit hier besonders anstrengend und schwierig war. Aber dank der langen Vertikalantenne bekamen immerhin 185 Stationen eine Verbindung, und insgesamt kamen wir auf über 5000 QSO's zwischen 30 und 160 Meter.
Unsere ursprüngliche Befürchtung, der Berg, der uns nach Norden und damit nach Europa, im Wege war, könnte unsere Zielrichtung versperren, schien nicht einzutreffen. Wir bekamen aus Europa auf direkte Nachfrage zum Teil hervorragende Rapporte. Wenn also manchmal "dünne" Signale von uns ankamen, schien das eher an den allgemeinen Ausbreitungsbedingungen gelegen zu haben als an dem Berg. Am 11. Juli waren ab mittags alle Bänder zu, nichts ging mehr. Nicht das leiseste Piep kam aus dem Lautsprecher. Anscheinend handelte es sich um den Mögel-Dellinger-Effekt, der sich auch auf der Südhalbkugel bemerkbar macht. Jedenfalls konnten wir erst einmal Pause machen und Skat und Mau-Mau spielen.
Die 6-Meter-Bake lief tagelang durch, und wir versuchten sogar über Crossband auf 28.885MHz Skeds für 6-Meter zu arrangieren, aber es lief überhaupt nichts. Das war schon etwas enttäuschend, insbesondere für die vielen Hams in Europa und USA, die sich eine Chance erhofft hatten. Wären wir doch die ersten gewesen, die 7P auf diesem Band aktiviert hätten. Aber es hat nicht sollen sein.
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| Murphy
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Der hatte nicht allzuviel zu sagen bei unserer Expedition, denn es lief eigentlich alles reibungslos. Bis auf den durchgeschossenen 30-Meter-Trap bei der R7000 hatten wir keine Antennen- oder Geräteverluste zu beklagen. Inzwischen war nach einer Woche das fehlende Collo in Johannesburg aufgefunden und von dort aus per LKW nachgeliefert worden, so daß wir nach Eintreffen sofort darangingen, die Force12 aufzubauen. Das ging problemlos, und die Butternut HF9 wurde ebenfalls als Ersatz für die R7000 aufgestellt. In der letzten Woche wurde es zunehmend windiger um unser QTH herum, was zur Folge hatte, daß die V160 sich des öfteren gen Boden neigte. Glücklicherweise kam sie nur so weit, wie die FD-4 Höhe hatte, so daß sie leicht wieder in die richtige Position gebracht werden konnte. Und zum Schluß hatten wir schon richtig Routine darin. In der Woche gab es auch etwas Schnee. Nicht soviel wie am Südpol, aber alles war mit einem weißen Überzug versehen. Die knapp 2000 Meter Höhe machten sich doch bemerkbar. Das sah ja ganz romantisch aus. Nach zwei Tagen war sowieso alles wieder weg, weil es so mit 20° bis 25° relativ warm wurde. Nachts sanken die Temperaturen unter Null, aber Strom für die Elektroheizungen gab es reichlich. Ach ja, ein Notebook machte Schwierigkeiten, was wohl auf einen Virus zurückzuführen war. Aber wir konnten das notdürftig wieder hinfummeln. Sonst hatte Murphy keine großen Chancen.
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| Und was gab es sonst noch?
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Mohale dam under construction, still a huge hole |
Na ja, ich gebe zu, daß wir nicht 24 Stunden und rund um die Uhr jede Station besetzt hatten. Dazu reichte auch die Zahl der Operator nicht aus, nachdem Dieter und Thomas I nach 10 Tagen aus beruflichen Gründen schon wieder abreisen mußten. Sie wären gerne noch geblieben, aber dafür hatten sie dann von zu Hause aus Gelegenheit, 7P8AA auf allen fehlenden Bändern zu arbeiten.
Wir unternahmen natürlich auch die eine oder andere Tour durch Lesotho, wobei wir das Glück hatten, mit Ashley mitfahren zu können, der des öfteren geschäftlich unterwegs war. So führte eine Tour zum Kaze-Damm, dem wohl drittgrößten Staudamm der Welt. Lesotho exportiert bekanntlich Wasser und Strom nach Südafrika, und dieser Damm ist ein Teil der Zusammenarbeit zwischen den beiden Ländern. Es war für die Mitfahrer eine abenteuerliche Reise, und sie erzählten hinterher begeistert von den Schönheiten der Landschaft. In der Nähe unserer Lodge gab es auf dem Hügel Sauriertrittspuren zu bewundern, und so pilgerte unsere Crew so nach und nach auf diesen Berg. Wirklich beeindruckend!
Jörg, Sabrina, Thomas II - der jetzt Thomas I war nach des anderen Weggang - und ich konnten mit Ashley zum Mohale-Damm fahren, der noch eine riesige Baustelle ist. Auch hier soll ein großes Wasserreservoir entstehen. Jennifer hatte für uns alle einen reichhaltigen Picknickkorb vorbereitet mit allerlei guten Sachen, und als wir dort oben waren, ließ Ashley erst einmal eine Flasche Sherry kreisen zum Aufwärmen. Markus hütete derweil das Haus und konnte einen Pileup nach dem anderen fahren, ohne daß er von einem von uns gestört wurde.
Eine weitere Gelegenheit ergab sich, mit Jennifer nach Bloomfontain zu fahren, wo wir gleich Bankgeschäfte wahrnehmen konnten und das Nationalmuseum des Oranje-Freestate besuchten. Auf dieser Fahrt hatten wir auch das Glück, ein paar Giraffen und Strauße aus der Ferne zu sehen. Jörg, der nicht mitgefahren war, wollte das nicht glauben, und so erzählten wir, die Tiere wären ausgestopft gewesen und hätten auf Drehkränzen gestanden zum Drehen.
Ob er uns das wohl geglaubt hat?
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Mohale dam, different view |

Rare in Africa - black farmers riding to the market |

Kites in the dawn |

Dino traces nearby
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| Abbau und Rückkehr
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Rien ne va plus! All over!
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Leider geht auch die schönste Zeit einmal zu Ende. Am Donnerstag kam David schon mit seiner XYL aus Johannesburg an, und hinter seinem Jeep hatte er einen schönen Anhänger für unser gesamtes Gepäck. Am Freitag bauten wir schon mal die 6-Meter-Yagi, die Butternut und die LP-5 ab. Die V-160 und die Force-12 blieben noch für die restlichen QSO's stehen. Der Abbau gestaltete sich aber wesentlich einfacher als der Aufbau, nur andersherum. Schwierig war nur, alles wieder in die Kisten zu bekommen, aber am Ende hatten wir doch wieder alles unter Dach und Fach. Abends gab es noch eine Abschiedsparty mit unseren Gastgebern, die auch bis tief in die Nacht hinein dauerte. Zum Funken kamen wir nicht mehr. Aber wozu auch soviel Streß. David drehte am Samstagmorgen noch einmal über das Band und hörte eine US-Station CQ rufen. Er meldete sich mit 7P8AA, und der OM auf der anderen Seite wäre ihm wohl vor Freude um den Hals gefallen, wenn er daneben gestanden hätte. 40 Jahre sei er QRV, und noch nie hätte er Gelegenheit gehabt, 7P8 zu arbeiten, und heute sein allererstes QSO mit Lesotho!! Und für uns war es auch das allerletzte als 7P8AA. Alle Schalter auf OFF, und das war's dann.
Der Samstag verging noch mit Packen, was sich wieder als nicht ganz einfach erwies, denn wir mußten unser Begleitgepäck wieder von der Luftfracht trennen, denn diese lief über das Carnet zurück. Und die Zollbehörden mögen in dem Fall schon eine Übereinstimmung mit den Listen, die ihren vorlagen. Ich mußte am Vormittag auch einen Mietwagen aus Maseru holen, denn der Jeep reichte natürlich nicht für uns alle. Immenser Kostenfaktor in Lesotho, vor allem, wenn man den Wagen in Johannesburg stehen lassen will.
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Little boxes, little boxes!
...and a blue one and a yellow one...
And they're all made out of ticky tacky
And they all look just the same
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Am Sonntagmorgen wurde alles im Anhänger und auf dem Jeep sicher verstaut, und nach herzlicher Verabschiedung von unseren guten Geistern und unseren Gastgebern konnten wir planmäßig um 08:15 Uhr starten. Der Grenzübertritt von Lesotho nach Südafrika ging auch ohne Probleme vonstatten, so daß wir dann in aller Ruhe Richtung Johannesburg fahren konnten. Mittags gab es noch eine Pause in einer der schönen Raststätten, und etwa um 15:30 kamen wir am Flughafen an. Der Mietwagen wurde zurückgegeben, und dann ging es mit unserem Gepäck zum Einchecken.
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Wir hatten insgesamt 165 Kilo, aber da wir von der South African Airways Freigepäck hatten, brauchten wir kein Übergepäck zu zahlen. David wollte sich in der folgenden Woche um die Luftfracht kümmern, und nachdem wir uns voneinander verabschiedet hatten, startete der Flieger pünktlich um 19:15 Uhr in Richtung DL. Wir hatten wieder denselben bunten Jumbo zurück und saßen auch wieder im Upperdeck. Zum Schlafen kam man kaum, weil der Rückflug doch etwas ruppiger war als der Hinflug. Jedenfalls ging alles gut, und wir landeten sogar etwas früher als vorgesehen in Frankfurt. Der Zoll bekam wegen unserer vielen Kartons ganz große Augen, aber da wir die INF-Erklärung vom Hinflug dabeihatten, gab es keine Probleme. Sabrinas Anhang wartete auch schon sehnsüchtig, und nach ausgiebiger Kaffeepause und Verabschiedung machte Markus sich mit dem Lufthansa-Shuttle auf den Weg nach Heidelberg. Sabrina und Anhang brachten mich nach Schwalbach, wo ich mein Auto abgestellt hatte. Und wie konnte es anders sein, es regnete fürchterlich! Am liebsten wären wir gleich wieder zurückgeflogen!
Zurück am Flughafen luden Thomas, Jörg und ich das restliche Gepäck ein, machten einen Schlenker zu YAESU und lieferten unsere geliehenen Geräte wieder ab. Danach ging es dann über Castrop Rauxel, wo wir Thomas absetzten, endgültig nach Bielefeld.
Damit war die Reise zu Ende, aber noch nicht die Unternehmung. Eine Woche später am Freitag kam per Lkw die Luftfracht wohlbehalten und vollständig an. 20 Colli wurden ausgeladen. Am Samstag traf sich die Crew noch einmal bei mir zu Hause, und wir dividierten die Ausrüstung wieder auseinander. Jeder bekam etwas zum Mitnehmen.
Rückblickend ist zu bemerken, daß unsere DXpedition mit einem Ergebnis von reichlich über 27.000 QSO's insgesamt positiv beurteilt wurde. Wir bedanken uns bei unseren Sponsoren und Helfern, vor allem bei Horst, 7P8AA, der anschließ unter dem Call A22HH in Botswana tätig war, bei David und den südafrikanischen Funkfreunden, die den Transport organisierten, und natürlich bei unseren Gastgebern, wo es einfach großartig war. Nicht zu vergessen ist Fritz, DL7VRO und leider viel zu früh SK, der uns als QSL-Manager mit zahlreichen nützlichen Informationen versorgte. Ohne diese Rahmenbedingungen wäre vieles schwieriger gewesen. Und es ist auch nicht selbstverständlich, daß es jedesmal so läuft. Eher nicht! Aber man überlegt immer, wo es das nächste Mal hingehen könnte.
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